von Nathanael Merten
Ich denke daran, was sie mir sagte. Es sei doch krank, die ganze Welt sei verrückt. Und ich fragte sie nur, warum sie es nicht erkennen kann.
Eine Rakete wurde gebaut, die in die Sonne fliegen sollte. Sie war eine einzige, rießige Photonenbombe. Die größte, die je gebaut wurde. Es sollte so sein. Ich bewarb mich als Astronaut und nun fliege ich immer weiter und weiter.
Auf der langen Reise denke ich immer wieder an sie. Sie war wunderbar, doch ich konnte nicht bei ihr bleiben. Dafür war nunmal nicht die Zeit, auch wenn sie das nicht einsah.
"Was soll das bringen, in die Sonne zu fliegen?", fragte sie mich.
"Es muss so sein. Es ist unsere Bestimmung, unser Schicksal. Es wird geschehen, auch wenn ich mich wie du dagegen sträuben würde. Merkst du nicht, dass das die einzige Lösung ist?"
Sie weinte und strich mir über die Wange.
"Liebst du das Leben denn nicht? Liebst du .. MICH denn nicht?", fragte sie sanft und leise mit Tränen in den Augen. Leider verstand sie einfach nicht. Es war närrisch und bedeutungslos, wenngleich sie der Inbegriff der Schönheit und Sehnsucht für mich war.
Doch das änderte nichts. Und eines Tages flog ich weg.
Immer weiter in die Sonne. Es gab keinen Grund, an der Mission zu zweifeln, denn es ist einfach richtig. Alles wird zu Ende gehen. Alles ist bereits zu Ende gegangen.
Bald werden wir wieder Sternenstaub sein.
(c) Februar 2012, http://nathanaelmerten.blogspot.com/
Nathanael Mertens Welt
...voller Geschichten, Drehbücher, Ideen und Gedanken
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Donnerstag, 1. März 2012
Samstag, 21. Januar 2012
Samstag, 5. November 2011
Der Spieler (Kurzwerk)
Der Spieler
Ich bin ein Spieler. Ich bin der Spieler.
Sehe das Leben als ein Spiel an. Als mein Spiel.
Nichts belastet mich, nichts schockiert mich. Ich habe keine Angst vor Veränderungen. Alles kommt, wie es kommt. Und ich würfle.
Man sagt, es sei unnatürlich und nicht gut, wenn der Aussehensabstand mehr als zwei Punkte beträgt. Und das eigentlich völlig zu recht. Ist man selbst eine 5 und sie eine 9, dann ist man höchst belastet. Wenn man so ist, wie man ist, ist man einfach nur eine 5. Die restlichen 4 Zählerpunkte müssen durch andere Dinge kompensiert werden. Selten ist es Intelligenz, die das zu bewerkstelligen vermag, viel häufiger ein guter Körper, extremes Selbstbewusstsein oder mentale Stärke. Eine Ausnahme besteht, sobald sie ihre 9 durch etwas anderes reduziert. Z.B. extrem schlechte, nervige Eigenschaften. Oder ein extrem abschreckendes, peinliches Lachen.
Wie auch immer. Jedenfalls ist man bei besagter Differenz einfach unter Druck. Leistungsdruck. Man muss ihr etwas bieten. Fällt man plötzlich wieder dahin zurück, dass man man selbst ist, ist das Spiel verloren. Doch zum Glück bin ich ein S p i e l e r.
Doch lassen Sie mich noch etwas sagen. Bzw. Sie etwas fragen: Was bringt es, eine Beziehung zu führen, in der man nicht man selbst sein kann? Man ist mit der schönsten Frau zusammen, in die man unsterblich verliebt ist, doch man hat ständig Angst, sie zu verlieren. Beim Essen kann man seine Spaghetti-Gabel schon nicht mehr halten, weil sie einen so nervös macht. Geschweige denn mit Freude essen. In völliger Übersäuerung aufgrund des Stresspegels stopft man sich dann was rein, damit sie keinen Verdacht schöpft, wie schlecht man sich fühlt. Kein Bissen macht Spaß, nichts gefällt hier. Und alles nur, weil man sie fein ausführen wollte. Und was hat man selber davon? Nichts, nichts, nichts! Es ist die Hölle. Doch zum Glück bin ich der S p i e l e r.
Ich spiele gern, auch wenn andere am Spiel zerbrechen. Ich spiele und fühle mich gut, auch wenn jeder andere in meiner Situation Angst hätte, das Spiel zu verlieren. Mir ist das Ergebnis egal. Wahrscheinlich ist mir sogar das Spiel egal. Zumindest in gewisser Hinsicht. Doch es ist das Einzige, was mich reizt.
Schöne Frau, ich spiele mit dir und du merkst es noch nicht einmal. Allerdings meine ich das Spiel sogar ernst. Doch bin ich der einzige, der erkennt, dass es ein Spiel ist.
Ich stand eines Tages vor meinem Badspiegel. Machte meine Haare. Und ich stellte mir vor, was sich mein Spiegelbild denken könnte. Was sich jemand gedacht hätte, der nicht wie ich wusste, dass es ein Spiel ist, dass es immer nur um ein Spiel geht. Ich stand vor dem Spiegel und meine Gedanken sprudelten. Das Spiegelbild sagte: "Warum ich so bin, wie ich bin? Eher müsste es doch heißen: Warum ich so geworden bin, wie ich heute bin.. Jahre lang wahrte ich Stillschweigen und kaschierte es mit Sarkasmus, doch heute sage ich dir und nur dir und nur ein einziges Mal: Ich bin endlos enttäuscht und verletzt. Enttäuscht von mir selbst, enttäuscht von anderen. Mein Schmerz schlägt parallel zu meinem Herzen. Er ist gleich bleibend und heftig. 'Aber selbst nachdem ich das zugebe gibt es keine Katharsis. Dieses Geständnis war völlig.. bedeutungslos.'"
Mein Spiegelbild zitiert Bateman. Eine interessante Phantasie. Mir tat die armseelige Person im Spiegel leid. Es waren Qualen, die in seinen Augen standen, als er es sagte. Warum ließ er es nicht einfach wie ich an sich vorüberziehen? Warum erkannte er nicht? Warum verstand er nicht? Andererseits: Was hätte er schon tun können, als zu versuchen, weiter zu gehen. Zu versuchen, mit sich selbst leben zu können.
Ich sprühte mir noch Parfüm auf den Schnittpunkt von Hals und Wangen. Ein gutes Parfüm. Ich nahm meinen Mantel und ging. Noch einen kurzen Moment bemitleidete ich die imaginäre Person meiner Gedanken, die zur Unterhaltung erschien. Dann vergaß ich sie.
Ich ging zu meinem Auto und fuhr zu ihr. Ich kannte sie noch nicht lange, ein paar Monate. Durch andere Leute kennengelernt. Und irgendwann sahen wir uns mal wieder. Und irgendwann gingen wir mal was zusammen trinken. Und heute wollten wir zusammen essen gehen.
Wir saßen uns gegenüber und erzählten uns Sachen. Irgendwann fing sie an, mit ihrem Fuß mein Bein zu berühren. Ich tat so, als wäre es das Normalste der Welt für mich. Mit der Zeit wurde sie bissiger. Sie fing an Fragen zu stellen, die mir ihre wahren Gedanken enthüllten. „Was würdest du denken, wenn dir eine Frau, die du noch nicht wirklich kennst, sagen würde, dass sie sich in dich verliebt hat?“ Es war so offensichtlich. Aber ich spielte gerne mit, indem ich nicht mitspielte. Ich konnte dort dasitzen und dennoch gleichzeitig ein objektiver Beobachter sein, der alles durchblickte und Gefallen an dem Betrachten einer Situation findet.
Statt zu antworten, fing ich an zu lachen.
Sie wurde ein bisschen sauer. Sie grinste und sagte: „Hey, ich meine das ernst.. Fragst du dich solche Sachen nicht auch manchmal? Ich dachte immer, du wärst einer, der über sowas nachdenkt. Also, was würdest du denken?“
Ich lachte ein bisschen weiter.
„Jetzt komm schon du Langweiler.“
Die Zeit war für mich gekommen, ihr etwas zu antworten: „Was würdest du dir denn in so einer Situation denken?“, sagte ich ohne Unterton.
„Naja, ich… ich…“
Ein brillanter Schachzug von mir.
Als ich sie nach Hause fuhr und wir bei ihr ankamen, blieb sie sitzen. Dachte sie wirklich, ich würde mich jetzt zu ihr rüber lehnen und sie küssen? Sie kam mir mit dem Gesicht immer näher. Ich spürte ihr Herz rasen. Ich blieb einfach ganz normal sitzen und sah sie an. Sie hauchte mir ins Gesicht, dass es schön mit mir war. Ich blieb ganz normal sitzen, schaute sie an und lächelte freundlich. Dann ging sie. Völlig erotisiert.
Ich kompensierte nichts mehr. Ich stand über den Dingen. Über allem. Über mir.
Es sind sehr einfache Dinge, die die meisten nicht verstehen. Und das meiste hat damit zu tun, scharf zu denken und seine Hemmungen komplett zu verlieren.
Es sind wenige Dinge, die nötig sind, um erfolgreich zu sein. Will man ein erfolgreicher Programmierer werden, muss man die Grundlagen verstehen und sich nutzbares Wissen erarbeiten, das in erfolgsträchtige Projekte fließen kann. So einfach ist das. Ganz ehrlich.
Die Leute stehen dennoch rum, sind betrübt und wundern sich.
„Warum hat es bei mir nie geklappt?“, fragen sie sich. Ist doch ganz einfach. Entweder hast du die Grundlagen nie gelernt oder nie verstanden. Oder du hast nicht die Möglichkeit ergriffen, dir danach nutzbares Wissen zu erarbeiten. Oder du hast ebendieses nicht in erfolgsträchtige Projekte fließen lassen. Vielleicht war dir deine Lustlosigkeit mehr wert. Oder du warst nie bereit etwas in deinen Erfolg zu investieren. Und damit meine ich nicht Geld, sondern hauptsächlich Zeit und Anstrengung. Mit Spaß wird man nahezu nie erfolgreich. Es ist oft kein Spaß dabei, man muss durch harte Jahre gehen, um etwas zu erreichen. Doch wer das nicht tut, wird nie was erreichen.
Es ist an sich sehr einfach. Also hör auf dich zu fragen, warum du kein Glück hattest.
Ich bin froh, es durchblickt zu haben. Das ganze System, das ganze Spiel. Macht doch mehr Spaß so, als in seinen Trivialitäten, seinen Illusionen, seinen Depressionen gefangen zu sein. Lieber stehe ich darüber und schaue zu.
Ich hatte einen komischen Traum. Auf eine epische Art und Weise stand ich im stümischen Wind und schrie jemand zu, um den Wind zu übertönen: „Warum habe ich es nicht schon vorher erkannt? Warum.. war ich so im Nutzlosen gefangen? Warum habe ich nicht schon vorher aufgehört, im Spiel gefangen zu sein ohne zu merken, dass es ein Spiel ist? Ich ging durch die Hölle für s i e !“ Ich wachte auf. Auch diesem Gedanken, den mein Unterbewusstsein schrie, gedachte ich nicht lange. Warum auch. Ich machte mir zum Frühstück ein Omelett, sah fern und ließ mir danach ein paar Minuten die Sonne ins Gesicht scheinen. Ein schöner Tag. Ich sollte mir endlich ein Pool kaufen.
Sehe das Leben als ein Spiel an. Als mein Spiel.
Nichts belastet mich, nichts schockiert mich. Ich habe keine Angst vor Veränderungen. Alles kommt, wie es kommt. Und ich würfle.
Man sagt, es sei unnatürlich und nicht gut, wenn der Aussehensabstand mehr als zwei Punkte beträgt. Und das eigentlich völlig zu recht. Ist man selbst eine 5 und sie eine 9, dann ist man höchst belastet. Wenn man so ist, wie man ist, ist man einfach nur eine 5. Die restlichen 4 Zählerpunkte müssen durch andere Dinge kompensiert werden. Selten ist es Intelligenz, die das zu bewerkstelligen vermag, viel häufiger ein guter Körper, extremes Selbstbewusstsein oder mentale Stärke. Eine Ausnahme besteht, sobald sie ihre 9 durch etwas anderes reduziert. Z.B. extrem schlechte, nervige Eigenschaften. Oder ein extrem abschreckendes, peinliches Lachen.
Wie auch immer. Jedenfalls ist man bei besagter Differenz einfach unter Druck. Leistungsdruck. Man muss ihr etwas bieten. Fällt man plötzlich wieder dahin zurück, dass man man selbst ist, ist das Spiel verloren. Doch zum Glück bin ich ein S p i e l e r.
Doch lassen Sie mich noch etwas sagen. Bzw. Sie etwas fragen: Was bringt es, eine Beziehung zu führen, in der man nicht man selbst sein kann? Man ist mit der schönsten Frau zusammen, in die man unsterblich verliebt ist, doch man hat ständig Angst, sie zu verlieren. Beim Essen kann man seine Spaghetti-Gabel schon nicht mehr halten, weil sie einen so nervös macht. Geschweige denn mit Freude essen. In völliger Übersäuerung aufgrund des Stresspegels stopft man sich dann was rein, damit sie keinen Verdacht schöpft, wie schlecht man sich fühlt. Kein Bissen macht Spaß, nichts gefällt hier. Und alles nur, weil man sie fein ausführen wollte. Und was hat man selber davon? Nichts, nichts, nichts! Es ist die Hölle. Doch zum Glück bin ich der S p i e l e r.
Ich spiele gern, auch wenn andere am Spiel zerbrechen. Ich spiele und fühle mich gut, auch wenn jeder andere in meiner Situation Angst hätte, das Spiel zu verlieren. Mir ist das Ergebnis egal. Wahrscheinlich ist mir sogar das Spiel egal. Zumindest in gewisser Hinsicht. Doch es ist das Einzige, was mich reizt.
Schöne Frau, ich spiele mit dir und du merkst es noch nicht einmal. Allerdings meine ich das Spiel sogar ernst. Doch bin ich der einzige, der erkennt, dass es ein Spiel ist.
Ich stand eines Tages vor meinem Badspiegel. Machte meine Haare. Und ich stellte mir vor, was sich mein Spiegelbild denken könnte. Was sich jemand gedacht hätte, der nicht wie ich wusste, dass es ein Spiel ist, dass es immer nur um ein Spiel geht. Ich stand vor dem Spiegel und meine Gedanken sprudelten. Das Spiegelbild sagte: "Warum ich so bin, wie ich bin? Eher müsste es doch heißen: Warum ich so geworden bin, wie ich heute bin.. Jahre lang wahrte ich Stillschweigen und kaschierte es mit Sarkasmus, doch heute sage ich dir und nur dir und nur ein einziges Mal: Ich bin endlos enttäuscht und verletzt. Enttäuscht von mir selbst, enttäuscht von anderen. Mein Schmerz schlägt parallel zu meinem Herzen. Er ist gleich bleibend und heftig. 'Aber selbst nachdem ich das zugebe gibt es keine Katharsis. Dieses Geständnis war völlig.. bedeutungslos.'"
Mein Spiegelbild zitiert Bateman. Eine interessante Phantasie. Mir tat die armseelige Person im Spiegel leid. Es waren Qualen, die in seinen Augen standen, als er es sagte. Warum ließ er es nicht einfach wie ich an sich vorüberziehen? Warum erkannte er nicht? Warum verstand er nicht? Andererseits: Was hätte er schon tun können, als zu versuchen, weiter zu gehen. Zu versuchen, mit sich selbst leben zu können.
Ich sprühte mir noch Parfüm auf den Schnittpunkt von Hals und Wangen. Ein gutes Parfüm. Ich nahm meinen Mantel und ging. Noch einen kurzen Moment bemitleidete ich die imaginäre Person meiner Gedanken, die zur Unterhaltung erschien. Dann vergaß ich sie.
Ich ging zu meinem Auto und fuhr zu ihr. Ich kannte sie noch nicht lange, ein paar Monate. Durch andere Leute kennengelernt. Und irgendwann sahen wir uns mal wieder. Und irgendwann gingen wir mal was zusammen trinken. Und heute wollten wir zusammen essen gehen.
Wir saßen uns gegenüber und erzählten uns Sachen. Irgendwann fing sie an, mit ihrem Fuß mein Bein zu berühren. Ich tat so, als wäre es das Normalste der Welt für mich. Mit der Zeit wurde sie bissiger. Sie fing an Fragen zu stellen, die mir ihre wahren Gedanken enthüllten. „Was würdest du denken, wenn dir eine Frau, die du noch nicht wirklich kennst, sagen würde, dass sie sich in dich verliebt hat?“ Es war so offensichtlich. Aber ich spielte gerne mit, indem ich nicht mitspielte. Ich konnte dort dasitzen und dennoch gleichzeitig ein objektiver Beobachter sein, der alles durchblickte und Gefallen an dem Betrachten einer Situation findet.
Statt zu antworten, fing ich an zu lachen.
Sie wurde ein bisschen sauer. Sie grinste und sagte: „Hey, ich meine das ernst.. Fragst du dich solche Sachen nicht auch manchmal? Ich dachte immer, du wärst einer, der über sowas nachdenkt. Also, was würdest du denken?“
Ich lachte ein bisschen weiter.
„Jetzt komm schon du Langweiler.“
Die Zeit war für mich gekommen, ihr etwas zu antworten: „Was würdest du dir denn in so einer Situation denken?“, sagte ich ohne Unterton.
„Naja, ich… ich…“
Ein brillanter Schachzug von mir.
Als ich sie nach Hause fuhr und wir bei ihr ankamen, blieb sie sitzen. Dachte sie wirklich, ich würde mich jetzt zu ihr rüber lehnen und sie küssen? Sie kam mir mit dem Gesicht immer näher. Ich spürte ihr Herz rasen. Ich blieb einfach ganz normal sitzen und sah sie an. Sie hauchte mir ins Gesicht, dass es schön mit mir war. Ich blieb ganz normal sitzen, schaute sie an und lächelte freundlich. Dann ging sie. Völlig erotisiert.
Ich kompensierte nichts mehr. Ich stand über den Dingen. Über allem. Über mir.
Es sind sehr einfache Dinge, die die meisten nicht verstehen. Und das meiste hat damit zu tun, scharf zu denken und seine Hemmungen komplett zu verlieren.
Es sind wenige Dinge, die nötig sind, um erfolgreich zu sein. Will man ein erfolgreicher Programmierer werden, muss man die Grundlagen verstehen und sich nutzbares Wissen erarbeiten, das in erfolgsträchtige Projekte fließen kann. So einfach ist das. Ganz ehrlich.
Die Leute stehen dennoch rum, sind betrübt und wundern sich.
„Warum hat es bei mir nie geklappt?“, fragen sie sich. Ist doch ganz einfach. Entweder hast du die Grundlagen nie gelernt oder nie verstanden. Oder du hast nicht die Möglichkeit ergriffen, dir danach nutzbares Wissen zu erarbeiten. Oder du hast ebendieses nicht in erfolgsträchtige Projekte fließen lassen. Vielleicht war dir deine Lustlosigkeit mehr wert. Oder du warst nie bereit etwas in deinen Erfolg zu investieren. Und damit meine ich nicht Geld, sondern hauptsächlich Zeit und Anstrengung. Mit Spaß wird man nahezu nie erfolgreich. Es ist oft kein Spaß dabei, man muss durch harte Jahre gehen, um etwas zu erreichen. Doch wer das nicht tut, wird nie was erreichen.
Es ist an sich sehr einfach. Also hör auf dich zu fragen, warum du kein Glück hattest.
Ich bin froh, es durchblickt zu haben. Das ganze System, das ganze Spiel. Macht doch mehr Spaß so, als in seinen Trivialitäten, seinen Illusionen, seinen Depressionen gefangen zu sein. Lieber stehe ich darüber und schaue zu.
Ich hatte einen komischen Traum. Auf eine epische Art und Weise stand ich im stümischen Wind und schrie jemand zu, um den Wind zu übertönen: „Warum habe ich es nicht schon vorher erkannt? Warum.. war ich so im Nutzlosen gefangen? Warum habe ich nicht schon vorher aufgehört, im Spiel gefangen zu sein ohne zu merken, dass es ein Spiel ist? Ich ging durch die Hölle für s i e !“ Ich wachte auf. Auch diesem Gedanken, den mein Unterbewusstsein schrie, gedachte ich nicht lange. Warum auch. Ich machte mir zum Frühstück ein Omelett, sah fern und ließ mir danach ein paar Minuten die Sonne ins Gesicht scheinen. Ein schöner Tag. Ich sollte mir endlich ein Pool kaufen.
Fortsetzung folgt?
(c) 2011, Nathanael Merten
Samstag, 22. Oktober 2011
Sie I_IV
Nachfolgend eine Kurzgeschichte namens Sie I_IV. Lasst euch von Nathanael eine Geschichte erzählen; wäre ich doch nur wieder 15.
Sie I_IV
Eigentlich war ich noch ein Kind. Ein Jugendlicher mit 14, 15 Jahren. Wir gingen ins Schwimmbad. Ein paar Freunde und ich. Ein paar der Jungs nahmen ihre Freundinnen mit, die wiederum ihre Freundinnen mitnahmen. Das große Abenteuer von 15-jährigen Mädchen: Jungs abseits der Schule kennen lernen.
Erst war alles ganz normal. Wie Erwachsene waren wir im Becken und redeten über alles Mögliche. Wir waren ungefähr 15 Leute. Es war lustig, wir lachten viel. Ich glaube, ein Hauptaspekt davon war, dass wir Jungs versucht haben, vor den Mädels besonders selbstbewusst und witzig und erwachsen rüberzukommen, was die Art und Weise, wie wir redeten und was wir redeten stark beeinflusste. Nungut, wie auch immer. Irgendwann flackten wir uns dann alle unter die "künstliche Sonne" des Hallenbads - über ein paar Liegen waren Wärmestrahler angebracht. Irgendwie wurde es ab da rühiger. Ein paar holten sich ein Eis, ein paar Pommes, ein paar gingen mal auf Toilette. Und ich lag da. Ich weiß gar nicht mehr genau, wie ich mich in dem Moment fühlte. Ich fand den Tag echt kuhl.
Und dann plötzlich hauchte sie mir was ins Ohr. "Komm mit", sagte sie. Sie nahm meine Hand und wir gingen so unauffällig, dass es niemand merkte. Sie war wunderschön. Dunkle Haare, tolle Figur und ein umwerfend hübsches Gesicht. Sie zog mich an der Hand und ich wusste überhaupt nicht, wie mir geschieht. Sie zog mich in ein etwas abgelegeneres Massagedüsen-Whirlpool, wo nichts los war. Dann kam sie mir ganz nahe und küsste mich. Wer hat denn schonmal sowas erlebt? Es war in jenem Alter mein Traum, mal so jemand kennen zu lernen. Und da war sie. Ihre Zunge berührte meine.
Als wir später das Bad verliesen, umarmte sie mich zum Abschied und gab mir einen Kuss auf die Wange. Lustigerweise merkten alle anderen nicht, dass wir vorher kurz zusammen weg waren und auch das mit dem Abschiedskuss merkte niemand.
Ich war völlig durch den Wind. Sie war so unglaublich toll. Die Tage danach fragte ich die Jungs, wer genau sie war und niemand wusste es so recht. Es war die Freundin einer Freundin der Freundin von einem. Mein Kumpel sagte, er würde mal seine Freundin fragen, ob sie sich mal schlau machen kann. Eines Tages rief ich sogar seine Freundin selber an, weil ich nicht mehr warten konnte. Sie meinte, sie fragt ihre Freundin mal und sagt mir über icq bescheid. Das tat sie nie. Und so vergingen die Wochen. Auf einer Party sah ich nach einigen Monaten mal die Freundin meines Kumpels und bohrte nach. Sie hätte es ganz verschwitzt, sich bei mir zu melden, außerdem habe sie meine icq-Nummer nicht gehabt. Die Freundin ihrer Freundin sei mit ihrem Vater ins Ausland gezogen, wo genau, weiß sie nicht mehr. Und die beiden hätten sich verstritten, weshalb sie von ihr im Leben nicht die Nummer von besagter Person bekommen könnte, ohne dass sie an die Decke geht.
Ich versuchte immer und immer wieder herauszufinden, wer sie war und wie ich sie erreichen könnte, doch es hat nicht sollen sein.
Ich bekam sie nicht mehr aus dem Kopf. An jedem melancholischen Abend dachte ich an sie. Mit der Zeit gestand ich mir ein, dass ich wahrscheinlich gar nicht in ihrer Liga spielte. Sonst hätte sie ja auch von sich aus mir ihre Nummer gegeben. Mit der Zeit war es für mich immer trauriger, wenn ich mal wieder an sie dachte.
Irgendwann war ich 23. Auf einer Party sah ich einige von meinen alten Freunden wieder. Erstaunlicherweise auch die Freundin meines Kumpels, von deren Freundin die Freundin die unglaublichste Person in meinem Leben war. Ich konnte nicht anders, als nach ihr zu fragen. Und erstaunlicherweise erzählte sie mir, sie wäre mit ihrem Vater wieder nach Deutschland gezogen und hätte mit ihr vor einigen Jahren auch mal wieder Kontakt gehabt; allerdings wäre das die letzten Jahre auch wieder eingeschlafen. Sie fragt aber mal ihre Freundin, ob sie mir die Nummer geben kann.
Zwei Tage später bekam ich ihre Nummer per icq. Ich musste 8 Jahre darauf warten. 8 Jahre! Und jetzt bekam ich sie endlich. Ich wusste gar nicht, was ich ihr am Telefon hätte sagen sollen. "Hey, ich weiß nicht ob du dich erinnerst, aber wir waren vor 8 Jahren mal zusammen baden..." Auch wenn ich mir gedanklich nichts besseres als irgendwie sowas zusammenreimen konnte, überwand ich mich nach Stunden, sie anzurufen. Aber: "Diese Nummer ist momentan nicht erreichbar. Bitte versuchen Sie es später noch einmal. Please call again later." Und so war es auch eine Stunde später. Und den ganzen Abend hindurch. Und am nächsten Tag. Und am übernächsten Tag. Es reichte jetzt einfach. Ich musste mit ihrer direkten Freundin sprechen. Nach ewigem Rumtelefonieren hatte ich sie auch am Telefon. Wahrscheinlich machten sie sich schon alle lustig darüber, wie besessen ich von einer Person war, die ich doch gar nicht kannte. Aber es war mir egal. Nie wieder habe ich eine Person wie sie kennen gelernt. Ich fragte, ob sie denn nicht eine Festnetznummer von ihr hätte, denn auf dem Handy ginge niemand ran, schon seit Tagen nicht. Sie kramte ein bisschen und gab mir ihre Festnetznummer durch. Ich rief an. Ein sympatisch klingender Mann war dran, mit hoher Wahrscheinlichkeit ihr Vater. Ich fragte, ob er mir SIE geben könnte, falls sie noch zu Hause wohnt und gerade da sein sollte. Er ging gar nicht darauf ein. Er sagte: "Wann hast du sie denn das letzte Mal gesehen?" Und ich sagte: "Wissen Sie, das ist etwas kompliziert es ist schon ... einige Jahre her."
"Oh," antwortete er, "dann hast du es wohl nicht erfahren." Seine Stimme wurde etwas zittrig. "Sie ist .. gestorben. Vor 2 Jahren."
Ich war perplex. Meine Welt brach zusammen, da SIE immer einen so großen Teil von mir ausmachte. Mein Leben lang hoffte ich darauf, sie wieder zu sehen. Ich hätte alles für sie getan.
Sie wäre krank geworden und nach ein paar Monaten gestorben.
Später setzte ich mich auf mein Bett und blickte mit einem kalten, traurigen Blick aus dem Fenster. Ich hatte alles verloren, was ich nie hatte. Alles was ich je haben wollte, gab es jetzt nicht mehr. Die Tage danach fühlten sich so leer an. Alles erschien so sinnlos, da sie nicht mehr da war. Ich hatte nichts mehr, an das es sich zwischendurch und an melancholischen Abenden lohnte, zu denken. Ich hatte alles verloren. Hätte ich mich mehr anstrengen sollen, sie schon früher ausfindig zu machen? Aber wie? Hätte ich ihr als Jugendlicher ins Ausland nachreisen sollen? Ich hatte doch noch nicht mal eine Adresse oder Nachnamen. Und wenn ich ihr nachgereist wäre und sie tatsächlich gefunden hätte: Welche gemeinsame Zukunft hätte das schon sein können? Sie kannte mich doch gar nicht. Sie hat mich doch nur vor Jahren mal im Schwimmbad verstört, fasziniert und mir auf ewig mein Herz genommen.
(c) 2011, Nathanael Merten, http://nathanaelmerten.blogspot.com/
Sie I_IV
Eigentlich war ich noch ein Kind. Ein Jugendlicher mit 14, 15 Jahren. Wir gingen ins Schwimmbad. Ein paar Freunde und ich. Ein paar der Jungs nahmen ihre Freundinnen mit, die wiederum ihre Freundinnen mitnahmen. Das große Abenteuer von 15-jährigen Mädchen: Jungs abseits der Schule kennen lernen.
Erst war alles ganz normal. Wie Erwachsene waren wir im Becken und redeten über alles Mögliche. Wir waren ungefähr 15 Leute. Es war lustig, wir lachten viel. Ich glaube, ein Hauptaspekt davon war, dass wir Jungs versucht haben, vor den Mädels besonders selbstbewusst und witzig und erwachsen rüberzukommen, was die Art und Weise, wie wir redeten und was wir redeten stark beeinflusste. Nungut, wie auch immer. Irgendwann flackten wir uns dann alle unter die "künstliche Sonne" des Hallenbads - über ein paar Liegen waren Wärmestrahler angebracht. Irgendwie wurde es ab da rühiger. Ein paar holten sich ein Eis, ein paar Pommes, ein paar gingen mal auf Toilette. Und ich lag da. Ich weiß gar nicht mehr genau, wie ich mich in dem Moment fühlte. Ich fand den Tag echt kuhl.
Und dann plötzlich hauchte sie mir was ins Ohr. "Komm mit", sagte sie. Sie nahm meine Hand und wir gingen so unauffällig, dass es niemand merkte. Sie war wunderschön. Dunkle Haare, tolle Figur und ein umwerfend hübsches Gesicht. Sie zog mich an der Hand und ich wusste überhaupt nicht, wie mir geschieht. Sie zog mich in ein etwas abgelegeneres Massagedüsen-Whirlpool, wo nichts los war. Dann kam sie mir ganz nahe und küsste mich. Wer hat denn schonmal sowas erlebt? Es war in jenem Alter mein Traum, mal so jemand kennen zu lernen. Und da war sie. Ihre Zunge berührte meine.
Als wir später das Bad verliesen, umarmte sie mich zum Abschied und gab mir einen Kuss auf die Wange. Lustigerweise merkten alle anderen nicht, dass wir vorher kurz zusammen weg waren und auch das mit dem Abschiedskuss merkte niemand.
Ich war völlig durch den Wind. Sie war so unglaublich toll. Die Tage danach fragte ich die Jungs, wer genau sie war und niemand wusste es so recht. Es war die Freundin einer Freundin der Freundin von einem. Mein Kumpel sagte, er würde mal seine Freundin fragen, ob sie sich mal schlau machen kann. Eines Tages rief ich sogar seine Freundin selber an, weil ich nicht mehr warten konnte. Sie meinte, sie fragt ihre Freundin mal und sagt mir über icq bescheid. Das tat sie nie. Und so vergingen die Wochen. Auf einer Party sah ich nach einigen Monaten mal die Freundin meines Kumpels und bohrte nach. Sie hätte es ganz verschwitzt, sich bei mir zu melden, außerdem habe sie meine icq-Nummer nicht gehabt. Die Freundin ihrer Freundin sei mit ihrem Vater ins Ausland gezogen, wo genau, weiß sie nicht mehr. Und die beiden hätten sich verstritten, weshalb sie von ihr im Leben nicht die Nummer von besagter Person bekommen könnte, ohne dass sie an die Decke geht.
Ich versuchte immer und immer wieder herauszufinden, wer sie war und wie ich sie erreichen könnte, doch es hat nicht sollen sein.
Ich bekam sie nicht mehr aus dem Kopf. An jedem melancholischen Abend dachte ich an sie. Mit der Zeit gestand ich mir ein, dass ich wahrscheinlich gar nicht in ihrer Liga spielte. Sonst hätte sie ja auch von sich aus mir ihre Nummer gegeben. Mit der Zeit war es für mich immer trauriger, wenn ich mal wieder an sie dachte.
Irgendwann war ich 23. Auf einer Party sah ich einige von meinen alten Freunden wieder. Erstaunlicherweise auch die Freundin meines Kumpels, von deren Freundin die Freundin die unglaublichste Person in meinem Leben war. Ich konnte nicht anders, als nach ihr zu fragen. Und erstaunlicherweise erzählte sie mir, sie wäre mit ihrem Vater wieder nach Deutschland gezogen und hätte mit ihr vor einigen Jahren auch mal wieder Kontakt gehabt; allerdings wäre das die letzten Jahre auch wieder eingeschlafen. Sie fragt aber mal ihre Freundin, ob sie mir die Nummer geben kann.
Zwei Tage später bekam ich ihre Nummer per icq. Ich musste 8 Jahre darauf warten. 8 Jahre! Und jetzt bekam ich sie endlich. Ich wusste gar nicht, was ich ihr am Telefon hätte sagen sollen. "Hey, ich weiß nicht ob du dich erinnerst, aber wir waren vor 8 Jahren mal zusammen baden..." Auch wenn ich mir gedanklich nichts besseres als irgendwie sowas zusammenreimen konnte, überwand ich mich nach Stunden, sie anzurufen. Aber: "Diese Nummer ist momentan nicht erreichbar. Bitte versuchen Sie es später noch einmal. Please call again later." Und so war es auch eine Stunde später. Und den ganzen Abend hindurch. Und am nächsten Tag. Und am übernächsten Tag. Es reichte jetzt einfach. Ich musste mit ihrer direkten Freundin sprechen. Nach ewigem Rumtelefonieren hatte ich sie auch am Telefon. Wahrscheinlich machten sie sich schon alle lustig darüber, wie besessen ich von einer Person war, die ich doch gar nicht kannte. Aber es war mir egal. Nie wieder habe ich eine Person wie sie kennen gelernt. Ich fragte, ob sie denn nicht eine Festnetznummer von ihr hätte, denn auf dem Handy ginge niemand ran, schon seit Tagen nicht. Sie kramte ein bisschen und gab mir ihre Festnetznummer durch. Ich rief an. Ein sympatisch klingender Mann war dran, mit hoher Wahrscheinlichkeit ihr Vater. Ich fragte, ob er mir SIE geben könnte, falls sie noch zu Hause wohnt und gerade da sein sollte. Er ging gar nicht darauf ein. Er sagte: "Wann hast du sie denn das letzte Mal gesehen?" Und ich sagte: "Wissen Sie, das ist etwas kompliziert es ist schon ... einige Jahre her."
"Oh," antwortete er, "dann hast du es wohl nicht erfahren." Seine Stimme wurde etwas zittrig. "Sie ist .. gestorben. Vor 2 Jahren."
Ich war perplex. Meine Welt brach zusammen, da SIE immer einen so großen Teil von mir ausmachte. Mein Leben lang hoffte ich darauf, sie wieder zu sehen. Ich hätte alles für sie getan.
Sie wäre krank geworden und nach ein paar Monaten gestorben.
Später setzte ich mich auf mein Bett und blickte mit einem kalten, traurigen Blick aus dem Fenster. Ich hatte alles verloren, was ich nie hatte. Alles was ich je haben wollte, gab es jetzt nicht mehr. Die Tage danach fühlten sich so leer an. Alles erschien so sinnlos, da sie nicht mehr da war. Ich hatte nichts mehr, an das es sich zwischendurch und an melancholischen Abenden lohnte, zu denken. Ich hatte alles verloren. Hätte ich mich mehr anstrengen sollen, sie schon früher ausfindig zu machen? Aber wie? Hätte ich ihr als Jugendlicher ins Ausland nachreisen sollen? Ich hatte doch noch nicht mal eine Adresse oder Nachnamen. Und wenn ich ihr nachgereist wäre und sie tatsächlich gefunden hätte: Welche gemeinsame Zukunft hätte das schon sein können? Sie kannte mich doch gar nicht. Sie hat mich doch nur vor Jahren mal im Schwimmbad verstört, fasziniert und mir auf ewig mein Herz genommen.
(c) 2011, Nathanael Merten, http://nathanaelmerten.blogspot.com/
Samstag, 27. August 2011
Dunkelrot (Kurzwerk)
Dunkelrot
von Nathanael Merten
Ich mag dunkelrote T-Shirts. Die Farbe spricht mich einfach an. Edel, aber nicht extravagant. Stilvoll, aber nicht in Szene setzend.
Ich zog mein dunkelrotes T-Shirt an und ging in die Stadt. Wir wollten uns am Zigarettenautomaten treffen. Daneben waren Läden mit großen Schaufenstern. Unweigerlich flog mein Blick auf das Schaufenster, als ich daran vorbeilief. Nicht, um mir die Produkte anzusehen, sondern um mich selbst im Ganzkörperprofil zu checken. Ich ging vorbei und fragte mich, was da los war. Hatte die Sonne mich beim Herweg geblendet? In der Spiegelung des Schaufensterglasses war mein T-Shirt grün. Ich ging nochmal ein paar Schritte zurück. Es war grün, eindeutig grün. Ich senkte den Blick, um mein T-Shirt ungespiegelt anzusehen. Es ist rot. Dunkelrot. Etwas an der Scheibe musste die Realität falsch abbilden.
Ich ging zu dem Schaufenster an der anderen Seite neben dem Automaten. Auch dort war es grün. Es konnte nicht sein. Es durte nicht sein. Ich fing an zu schwitzen. Gedanken des Wahnsinns durchfluteten mich.
Ich rannte zum nächsten Schaufenster. Das gleiche. Ich rannte in die nächstgelegene Ladentoilette. Ein echter Spiegel musste Klarheit schaffen. Ich rannte hinein und blickte in den Spiegel. Markantes, undezentes grün war auf meiner Brust. Ich blickte noch einmal hinunter. Es war eindeutig dunkelrot. Nur eben nicht im Spiegel.
Ich fragte die nächstbeste Person im Laden, wie er die Farbe meines T-Shirts nennen würde. "Knallgrün" war die Antwort.
War es ein Zeichen vom Himmel? Hat ER mir geantwortet?
Doch dann fiel es mir ein. Dann erkannte ich es.
(c) 2011, http://nathanaelmerten.blogspot.com
Sonntag, 21. August 2011
Whoooooouuuuu
Kommt mit mir ins ferne Jahr 2009 und lest ein Kurzwerk in dem etwas anderen Schreibstil namens Whoooooouuuuu.
Whoooooouuuuu
Wer bin ich? Wo bin ich? Wie viel Uhr? Warum bin ich aufgewacht?
Ja ok, wer ich bin - das weiß ich noch ;)
Aber ich fühl mich müde wie sau. Beschreibe dich in drei Worten: Müde wie sau +g+
Was ist heute? Montag? Samstag? Donnerstag?
Da es wohl nicht mein Wecker war, bin ich mal guter Dinge.
War das nicht die Klingel meines Nachbarn, in diesem schlecht isolierten Apartment-Block? Oder Nachbarin. Wer weiß das schon. Kenn hier eh keine Sau.
Leises Stönen vor der Tür. Eher ein: "Oooooh man"-Stönen, ohne dass das "Oh man" ausgesprochen wird. Und dann wieder: Es klingelt. Tatsächlich - es war wohl von Anfang an meine Tür.
Whoooouuu...
Ich reiße mir die Decke vom Leib. Um das Geräusch zu deuten. Es ist SIE. Ich schreie - bin sofort da. Na super. Peinlicher Schlafanzug. Weg mit dem Schlafanzug, rein in das Hemd von gestern Abend und ein Schluck Bier aus der auf dem Tisch stehenden offenen Flasche. Mal kurz schmecken. Oh nein. Das reicht nicht für guten Atem. Sie klopft schon mit der Faust an die Tür und spricht gegen das verriegelte Schloss: Man du Schnarchnase, es war doch ausgemacht...
Wolken ziehen über mein Gehirn. Noch immer weiß ich nicht den Tag, den wir heute haben. Aber egal. Es gibt andere Prioritäten. Ich reiße die Mundwasserflasche von der Badablage, und tue das, was man sonst NUR in amerikanschen Filmen sieht: Ich nehme einen Schluck, spül kurz im Mund und will SCHLUCKEN. Nein - das ist Quatsch aus Filmen. Schnell gurgeln und rausspucken. Es klingelt schon wieder.
Schnell die Hände nass machen und mit Vollgas die Haare in eine adäquatere Stellung bringen. Ich raße aus dem Bad und werfe mich an die Türklinke.
Die Szene eines Filmes, den ich nicht kenne und den es nicht gibt, wird wahr. Das Traumbuch meiner Sehnsucht.
Und da steht sie also vor meiner Tür. Wow. Mein Wunsch, mein Traum.
Sie sagt nur: "Uuuh, das ist aber schön, dass du noch zur Tür gefunden hast...ich wollte auf dein Angebot von gestern zurückkommen, mal mit dir auszuprobieren, wie es so ist, in der Früh Bier zu trinken..."
Wie geil ist das denn....
Der melancholische Junge (also ich) geht nur auf sie zu (zwangsweise mit gutem Atem ;) und haucht ihr seine ersten Lieblingszeilen ins Ohr:
"Mit deinen blauen Augen, siehst du mich lieblich an. Da wird mir so träumend zu Sinne, dass ich nichts sagen kann"
"Soll ich dir sagen, wie oft du mir das gestern Abend schon ins Ohr gehaucht hast.... Wie wär's mit Strophe 2...das gefällt mir...hrrrr"
Was für ne geile Situation. Keine verdammte Arbeit, über die man nachdenkt. Keine unerfüllten Sehnsüchte. Aus dem Schlaf gerissen und ab auf unsere Wolke...
Es dreht sich. Und dreht sich. Dreht sich.
Kennen Sie das? Die Träume, in denen man meint vom Fahrrad zu fallen? Die Träume, in denen man meint vom Berg zu fallen und dann schlagartig aufwacht? Zack, zack, bäm. Und wieder zurück in die Realität. Doch in dem Moment, in dem man fällt, dreht sich alles. Ein gar nicht mal so übler Moment, den man gern einfangen würde. Der jedoch nur Sekunden oder Sekundenbruchteile hält. Und noch schlimmer. Man sagt, dass die Träume, die sich über einen langen Zeitraum erstrecken, im Gehirn in wenigen Minuten oder gar Sekunden erdacht werden. Der Rest ist schwarz. Entspannende unbewusste Leere, die uns regeneriert.
Ich sitze mit ihr in einem unglaublich PS-starken Audi. Ich habe meine Sonnenbrille auf. Sie lächelt mich ständig an, küsst mich auf die Wange und sagt, dass sie mich liebt. Ich fühle mich richtig gut. Wie in einer anderen Welt. Mit 400 km/h fahren wir gegen die Wand aus meinen Illusionen.
Whooooouuuuu!
Und da liege ich und starre auf die dunkle Decke.
Ich schlage mit meiner Hand gegen die Matratze. Verdammt, verdammt, verdammmt... Lasst mich zurück!!!
Welcher Tag ist heute überhaupt? Muss ich auf die Arbeit? Oh man, wirklich... Ein verschwommes Bild geistert vor meinen Augen, die im Dunkeln kaum was außer Schattierungen erkennen können. Ich will sie greifen, doch sie ist schon weg. Zu Ende melancholiert. Niemand hat geklingelt. Sie wird nie klingeln. Niemand hat geklopft. Sie wird nie klopfen. Sie will es nie mit mir probieren, wie es ist, in der Früh Bier zu trinken...
Ich sage es nur ungern. Aber das ist doch alles Scheiße. Komm zurück!!
Von der Sehnsucht verätzt trinke ich den Rest meines Bieres, das noch vom Vorabend auf dem Tisch steht. Putze mir die Zähne - für den guten Atem. Ich gehe aus meiner Apartmenttür, lehne meinen Kopf gegen die Gangwand und frage mich, was heute überhaupt für ein Tag ist
(c) 2009, written and served by Nathanael Merten
Whoooooouuuuu
Wer bin ich? Wo bin ich? Wie viel Uhr? Warum bin ich aufgewacht?
Ja ok, wer ich bin - das weiß ich noch ;)
Aber ich fühl mich müde wie sau. Beschreibe dich in drei Worten: Müde wie sau +g+
Was ist heute? Montag? Samstag? Donnerstag?
Da es wohl nicht mein Wecker war, bin ich mal guter Dinge.
War das nicht die Klingel meines Nachbarn, in diesem schlecht isolierten Apartment-Block? Oder Nachbarin. Wer weiß das schon. Kenn hier eh keine Sau.
Leises Stönen vor der Tür. Eher ein: "Oooooh man"-Stönen, ohne dass das "Oh man" ausgesprochen wird. Und dann wieder: Es klingelt. Tatsächlich - es war wohl von Anfang an meine Tür.
Whoooouuu...
Ich reiße mir die Decke vom Leib. Um das Geräusch zu deuten. Es ist SIE. Ich schreie - bin sofort da. Na super. Peinlicher Schlafanzug. Weg mit dem Schlafanzug, rein in das Hemd von gestern Abend und ein Schluck Bier aus der auf dem Tisch stehenden offenen Flasche. Mal kurz schmecken. Oh nein. Das reicht nicht für guten Atem. Sie klopft schon mit der Faust an die Tür und spricht gegen das verriegelte Schloss: Man du Schnarchnase, es war doch ausgemacht...
Wolken ziehen über mein Gehirn. Noch immer weiß ich nicht den Tag, den wir heute haben. Aber egal. Es gibt andere Prioritäten. Ich reiße die Mundwasserflasche von der Badablage, und tue das, was man sonst NUR in amerikanschen Filmen sieht: Ich nehme einen Schluck, spül kurz im Mund und will SCHLUCKEN. Nein - das ist Quatsch aus Filmen. Schnell gurgeln und rausspucken. Es klingelt schon wieder.
Schnell die Hände nass machen und mit Vollgas die Haare in eine adäquatere Stellung bringen. Ich raße aus dem Bad und werfe mich an die Türklinke.
Die Szene eines Filmes, den ich nicht kenne und den es nicht gibt, wird wahr. Das Traumbuch meiner Sehnsucht.
Und da steht sie also vor meiner Tür. Wow. Mein Wunsch, mein Traum.
Sie sagt nur: "Uuuh, das ist aber schön, dass du noch zur Tür gefunden hast...ich wollte auf dein Angebot von gestern zurückkommen, mal mit dir auszuprobieren, wie es so ist, in der Früh Bier zu trinken..."
Wie geil ist das denn....
Der melancholische Junge (also ich) geht nur auf sie zu (zwangsweise mit gutem Atem ;) und haucht ihr seine ersten Lieblingszeilen ins Ohr:
"Mit deinen blauen Augen, siehst du mich lieblich an. Da wird mir so träumend zu Sinne, dass ich nichts sagen kann"
"Soll ich dir sagen, wie oft du mir das gestern Abend schon ins Ohr gehaucht hast.... Wie wär's mit Strophe 2...das gefällt mir...hrrrr"
Was für ne geile Situation. Keine verdammte Arbeit, über die man nachdenkt. Keine unerfüllten Sehnsüchte. Aus dem Schlaf gerissen und ab auf unsere Wolke...
Es dreht sich. Und dreht sich. Dreht sich.
Kennen Sie das? Die Träume, in denen man meint vom Fahrrad zu fallen? Die Träume, in denen man meint vom Berg zu fallen und dann schlagartig aufwacht? Zack, zack, bäm. Und wieder zurück in die Realität. Doch in dem Moment, in dem man fällt, dreht sich alles. Ein gar nicht mal so übler Moment, den man gern einfangen würde. Der jedoch nur Sekunden oder Sekundenbruchteile hält. Und noch schlimmer. Man sagt, dass die Träume, die sich über einen langen Zeitraum erstrecken, im Gehirn in wenigen Minuten oder gar Sekunden erdacht werden. Der Rest ist schwarz. Entspannende unbewusste Leere, die uns regeneriert.
Ich sitze mit ihr in einem unglaublich PS-starken Audi. Ich habe meine Sonnenbrille auf. Sie lächelt mich ständig an, küsst mich auf die Wange und sagt, dass sie mich liebt. Ich fühle mich richtig gut. Wie in einer anderen Welt. Mit 400 km/h fahren wir gegen die Wand aus meinen Illusionen.
Whooooouuuuu!
Und da liege ich und starre auf die dunkle Decke.
Ich schlage mit meiner Hand gegen die Matratze. Verdammt, verdammt, verdammmt... Lasst mich zurück!!!
Welcher Tag ist heute überhaupt? Muss ich auf die Arbeit? Oh man, wirklich... Ein verschwommes Bild geistert vor meinen Augen, die im Dunkeln kaum was außer Schattierungen erkennen können. Ich will sie greifen, doch sie ist schon weg. Zu Ende melancholiert. Niemand hat geklingelt. Sie wird nie klingeln. Niemand hat geklopft. Sie wird nie klopfen. Sie will es nie mit mir probieren, wie es ist, in der Früh Bier zu trinken...
Ich sage es nur ungern. Aber das ist doch alles Scheiße. Komm zurück!!
Von der Sehnsucht verätzt trinke ich den Rest meines Bieres, das noch vom Vorabend auf dem Tisch steht. Putze mir die Zähne - für den guten Atem. Ich gehe aus meiner Apartmenttür, lehne meinen Kopf gegen die Gangwand und frage mich, was heute überhaupt für ein Tag ist
Freitag, 5. August 2011
Erste Version meines neuen Buches draußen! & ein weiterer Abschnitt zum Probelesen
Hinweis Oktober 2011: Einige Zeit war das Buch online erhältlich - derzeit steht ein Verlagswechsel an, daher kann es noch ein bisschen dauern, bis es wieder online verfügbar ist. Allerdings habe ich privat einige auf Lager - es kann gerne angefragt werden.
Hier, wie angekündigt, eine weitere Leseprobe:
Eine Geschichte
Erzähle mir eine Geschichte. Ich will eine Geschichte hören. Ich möchte eine Geschichte hören. Eine Geschichte, die mir eine andere Welt zeigt. Eine Geschichte, die die Sehnsucht in mir anspricht. Wir sind kleine Kinder. Vielleicht ist es das, was das Menschsein ausmacht. Früher waren es Mama oder Papa, heute ist es der Fernseher. „Und aus diesem Grund lieben Frauen Geschichten. Wenn du gut erzählen kannst, kommst du bei Frauen immer gut an“, sagt der Coach.
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